Humanismus statt Materialismus – Gedanken über neue Werte in einer globalisierten Welt


Sonntag 13. Juni 210
 

Eicke R. Weber, der Leiter des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme schlägt angesichts des Scheiterns der internationalen Klimapolitik beim Klimagipfel 2010 in Bonn in der SZ vor, statt der nach Verzicht klingenden Forderung „Verringerung der Emissionen“ als Ziel lieber die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien für alle Länder zu setzen. Dieser Vorschlag ist sicher richtig, trifft aber nicht den Kern der Probleme in der Umweltpolitik. Denn selbst wenn alle Länder ihren Energiebedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energien decken würden, bliebe das Problem der Gerechtigkeit, also der Angleichung des Lebensstandards. Und es ist kaum vorstellbar, dass alle Bewohner dieser Erde so leben, wie die Deutschen oder gar die US-Amerikaner.Weiterlesen »

Advertisements

Wir machen den Wandel in der Klimapolitik selbst – Gedanken zum Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen


Donnerstag, 31. Dezember 2009

Der Text entstand als Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung und erschien auszugsweise in der Ausgabe vom 24.12.09.

In Kopenhagen hat sich gezeigt, dass unser Hoffen, die Politiker könnten uns retten, vergeblich ist. Sie sind in dieselben Widerstände gegen Veränderung verstrickt, wie wir Normalbürger. Das Grundprinzip dieser Widerstände lautet: Ich verändere mich nicht, wenn es nicht (zuerst) der andere tut. Warum sollen wir Deutsche, Europäer usw. Zugeständnisse in der Klimapolitik machen, wenn die USA, China, die Schwellenländer usw. nichts tun? Warum soll ich als kleiner Bürger etwas verändern, wenn alle andern so weitermachen wie bisher, wenn die Politiker, Industriekonzerne usw. nichts tun.

Die Erkenntnis der Ökologie, dass „ich“ und „wir“ vom Rest der Welt nicht zu trennen sind sondern mit ihr in Wechselwirkung stehen, und dass deshalb jeder selbst die Verantwortung für sein Handeln trägt und diese Verantwortung nicht an Eltern, Politiker oder Gott abgeben kann, scheint für uns immer noch schwer annehmbar zu sein. Weiterlesen »