Zu den Reaktionen der Politik auf die Atomkatastrophe in Japan

Nun hat sich also herausgestellt, dass die Atomkraftwerke eines Landes, an dessen technischer Kompetenz bislang keine Zweifel bestanden, entgegen anderslautender Versprechungen nicht sicher sind. Es ist nur logisch, dass dadurch auch die entsprechenden Versicherungen anderer Staaten auf höchstem technischen Niveau wie Deutschland unglaubwürdig werden. Es gibt, seit es Atomkraftwerke gibt, Menschen, die gesagt haben, dass diese nicht sicher sind. Sie hatten recht. Und es gibt Menschen, die behauptet haben, die Atomkraftwerke seien sicher. Sie haben sich geirrt. Die Integrität und Glaubwürdigkeit von Politiker/innen, die bislang Atomkraftwerke mit dem Argument, sie seien sicher, befürwortet und ihren Betrieb beschlossen haben, hängt meines Erachtens nun davon ab, ob sie ihren Irrtum einsehen und zugeben können. Denn Selbsterkenntnis ist der erste und unabdingbare Weg zur Besserung. Ohne die Anerkennung der Wahrheit und das Eingeständnis „ich habe mich geirrt“ bleiben alle Kehrtwendungen dieser Politiker bloßes Taktieren.

Gedanken zur Atomkatastrophe in Japan

Allenthalben, selbst von ehemaligen Gegnern der Anti-Atomkraft-Bewegung, wird nun propagiert, die Energieversorgung müsse schneller auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Die Katastrophe in den Kernkraftwerken in Japan ist aber nicht Ausdruck der falschen Methoden der Energieerzeugung. Sie ist Ausdruck der Krise einer mittlerweile global gültigen Ideologie gemäß derer der Sinn (im entsprechenden materialistischen Jargon: die Funktion) des menschlichen Lebens darin besteht, zu konsumieren statt zu denken, oder um es mit Erich Fromm zu sagen, zu haben statt zu sein.Weiterlesen »